Ver­nis­sa­ge im Bri­git­ten­heim – Inter­es­se an Gär­ten bringt Alt und Jung zusam­men (Nov. 2005)

Im Rah­men der offi­zi­el­len Eröff­nung beka­men die Heim­be­woh­ner ein kul­tu­rell anspre­chen­des Pro­gramm gebo­ten.

Anja Sebald, Kirs­ten Rox, Karen Weiß­mann und Chris­tia­ne Mül­ler (11. Klas­se) tru­gen bekann­te Gedich­te von deut­schen Lite­ra­tur­grö­ßen, wie z.B. Rai­ner Maria Ril­ke oder Lud­wigh Uhland, als Jah­res­zei­ten­rei­gen vor.

Nach den Gedich­ten folg­te eine Anspra­che des Dekans Herr Ger­hard Schö­nau­er, der den Sinn sol­cher Pro­jek­te her­vor­hob, denn Gesprä­che über Kunst bräch­ten Jung und Alt näher. Dar­über hin­aus erin­ner­te er die Jugend­li­chen an ihre­Pflicht sich um die Senio­ren zu küm­mern. Sie sei­en näm­lich die Begrün­der unse­res heu­ti­gen Wohl­stan­des und hät­ten Deutsch­land nach dem Zwei­ten Welt­krieg wie­der auf­ge­baut.

Auch der anwe­sen­de Bür­ger­meis­ter ergriff das Wort, und lenk­te die Auf­merk­sam­keit der Zuhö­rer­schaft auf das Bri­git­ten­heim, das in der Ver­gan­gen­heit schon mehr­mals Schau­platz für Aus­stel­lung die­ser Art gewe­sen sei.

Außer­dem lob­te er die Bemü­hun­gen der Heim­lei­tung, die immer dar­auf bedacht sei ein mög­lichst brei­tes Ange­bot an Akti­vi­tä­ten zur Aus­wahl zu stel­len. Eben­falls wur­de die Arbeit des Gym­na­si­ums Peg­nitz im Rah­men des Come­ni­us­pro­jek­tes, das den Anstoß zu die­ser Aus­stel­lung gab, geehrt.

Nach dem Vor­trag wei­te­rer Gedich­te und einem viel beach­te­ten Quer­flö­ten­stück, vor­ge­tra­gen von Chris­ti­na Plank, Klas­se 7c, folg­te die Vor­stel­lung des Come­ni­us­pro­jek­tes durch Frau Aschen­bren­ner.

Die­ses Pro­jekt umfasst die Zusam­men­ar­beit des Peg­nit­zer Gym­na­si­ums mit einem pol­ni­schen Gym­na­si­um und einer unga­ri­schen Grund­schu­le. Schü­ler und Lehr­kräf­te der teil­neh­men­den Schu­len haben sich bereits in den Oster­fe­ri­en 2005 in Pécel/Ungarn getrof­fen, wo sie einen Kalen­der mit hoch­wer­ti­gen Foto­gra­fien von ver­schie­de­nen euro­päi­schen Gär­ten erstell­ten.

Erst durch das Ken­nen ler­nen der viel­fäl­ti­gen Gär­ten in unse­rer Umge­bung konn­ten die Schü­ler erken­nen, dass die­se durch­aus als ein­Spie­gel der Kul­tur­ge­schich­te in Euro­pa betrach­tet wer­den kön­nen. Der Kalen­der wur­de als Beweis für eine erfolg­rei­che euro­päi­sche Zusam­men­ar­beit Herrn Ger­hard Schö­nau­er über­reicht.

Im Anschluss ging die Kunst­leh­re­rin Frau Thie­le auf die ein­zel­nen Wer­ke der Aus­stel­lung ein und erläu­ter­te die Bedeu­tung von Gär­ten im Wan­del der Zeit.

Das Wort Gar­ten stammt vom alt­deut­schen Wort „Gar­to“ und bezeich­ne­te ursprüng­lich eine Umzäu­nung. Die Bedeu­tung des Gar­tens weist in den letz­ten Jahr­hun­der­ten eine kon­ti­nu­ier­li­che Ver­än­de­rung auf.

Anfäng­lich war es nur ein Stück Land, das durch sei­nen Anbau das Über­le­ben einer Fami­lie sicher­te.

Die Mön­che der Klös­ter waren wohl die Ers­ten, die die Gär­ten anleg­ten um die Pflan­zen­welt zu erfor­schen und in latei­ni­scher Spra­che zu beschrei­ben. Ein­zel­ne Blu­men wur­den gepresst und in Samm­lun­gen auf­be­wahrt.

Im 15. und 16. Jahr­hun­dert ent­wi­ckel­ten sich die Gär­ten zu einem belieb­ten Auf­ent­halts­ort, der den Wohl­ha­ben­den zur Reprä­sen­ta­ti­on ihrer Macht und ihres Reich­tums dien­te.

In der Zeit des Barock und der Renais­sance ließ sich der Adel pom­pö­se Was­ser­spie­le und künst­li­che Seen in den Gar­ten bau­en. Bei den Was­ser­spie­len fan­den sich zuneh­mend Sym­bo­le aus der grie­chi­schen Mytho­lo­gie. Ein Bei­spiel hier­für ist der Nep­tun­brun­nen im Ver­sail­ler Schloss­park.

Spä­tes­tens ab die­ser Zeit spricht man von einer Gar­ten­kul­tur und von dem Gar­ten als Kunst­werk.

Der heu­ti­ge Gar­ten erhält sei­ne Form durch die Freu­de am Gestal­ten vie­ler Haus­be­sit­zer. Die­ses Inter­es­se am Ver­schö­nern wird längst von welt­wei­ten Anhän­gern auf gro­ßen Gar­ten­schau­en geteilt.

Die Aus­stel­lung umfasst nicht nur Fotos von Gär­ten aus der Umge­bung rund um Peg­nitz, z.B. des Bota­ni­schen Gar­tens oder vom Park San­s­pa­reil­le, son­dern auch aus dem Aus­land, hier sind vor allem die Zen­gär­ten aus Japan zu nen­nen, die eine bestimm­te Rich­tung des Bud­dhis­mus ver­tre­ten. Die Dar­stel­lung von Blu­men ist in der Ver­nis­sa­ge ein zen­tra­les Ele­ment.

Zum Abschluss lob­te Frau Thie­le den Gestal­ter des Gar­tens rund um das Bri­git­ten­heim, Herrn Zieg­ler, der durch sein jah­re­lan­ges Enga­ge­ment ein „grü­nes Para­dies“ für die Bewoh­ner die­ser Ein­rich­tung geschaf­fen hat.

Bevor die Klas­sen den Weg zurück ins Gym­na­si­um antra­ten, unter­hiel­ten sie sich ange­regt mit den Senio­ren und stell­ten ihnen ihre Wer­ke vor.

Die Ver­nis­sa­ge traf auf gro­ße Begeis­te­rung und ist sicher­lich ein Anstoß für wei­te­re Pro­jek­te, die eine ver­stärk­te Zusam­men­ar­beit zwi­schen Alt und Jung in den Vor­der­grund stel­len.

Die Aus­stel­lung war vom 22.11 – 1.12.05 im Erd­ge­schoss des Bri­git­ten­hei­mes zu bewun­dern.