Inklu­si­ons­pro­jekt der 5. Jahrgangsstufe

In der zwei­ten Schul­wo­che nach den Weih­nachts­fe­ri­en war es für die 5. Jahr­gangs­stu­fe (5a/5b am 13. Janu­ar, 5c/5d am 14. Janu­ar 2020) soweit: Die Mit­ar­bei­te­rin­nen des Pari­tä­ti­schen BV Ober­fran­ken, in ers­ter Linie der Bera­tungs­stel­le für Fami­li­en mit behin­der­ten Ange­hö­ri­gen (Sozialpädagog*innen, Pädagog*innen, Gehörlosen-Pädagog*innen) kamen an das Gym­na­si­um Peg­nitz, um die Schüler*innen über Inklu­si­on aufzuklären.

Ziel des Projekts: Kin­dern und Jugend­li­chen den Begriff der Inklu­si­on näher zu brin­gen und eine erhöh­te Sen­si­bi­li­tät für die Bedürf­nis­se und Anlie­gen von behin­der­ten Men­schen zu erreichen. 

Aber was ver­steht man über­haupt unter Inklusion?

Wenn wir Men­schen wegen einer Behin­de­rung aus­schlie­ßen, so nennt man das, Exklu­si­on. Doch schlie­ßen wir sie nicht aus und behan­deln sie wie jeden ande­ren Men­schen, so nennt man das INKLUSION.

Zunächst war es wich­tig, die Begrif­fe Ein­schrän­kung und Behin­de­rung zu erklä­ren und im Anschluss gemein­sam mit den Schüler*innen zu dis­ku­tie­ren. Eige­ne Erleb­nis­se und Erfah­run­gen der Kin­der wur­den auf­ge­grif­fen. Der Aus­tausch über Bedürf­nis­se, Bar­rie­ren und mög­li­che Anlie­gen von behin­der­ten Men­schen erleich­ter­te den Zugang zum Thema.

Die Fünftklässler*innen erhiel­ten im dem vier Schul­stun­den dau­ern­den Pro­jekt­tag anhand prak­ti­scher Ele­men­te an ver­schie­den Sta­tio­nen einen Ein­blick, was es heißt, mit Ein­schrän­kun­gen und Behin­de­run­gen zu leben. Dazu wur­den die Schüler*innen nach einer ca. 30-minü­ti­gen Ein­füh­rung in drei Grup­pen auf­ge­teilt. Anschlie­ßend durch­lief jede Grup­pe ins­ge­samt drei Stationen. 

Sta­ti­on Sehen (Frau Sonn­tag): Spe­zi­el­le Simu­la­ti­ons­bril­len ver­deut­lich­ten Aus­prä­gun­gen von Seh­stö­run­gen/-schä­di­gun­gen. Die Kin­der lös­ten spie­le­risch ver­schie­de­ne Auf­ga­ben. Anhand von Braille­schrift über­setz­ten sie kur­ze Tex­te und erfuh­ren, wie man mit alter­na­ti­ven Kom­mu­ni­ka­ti­ons­mit­teln kommuniziert.

Sta­ti­on Hören (Frau von der Weth, Frau Tschau­ner): Die Kin­der lern­ten eini­ge ein­fa­che Gebär­den der Deut­schen Gebär­den­spra­che ken­nen und stu­dier­ten ein kur­zes Lied mit Hil­fe der Gebär­den­spra­che ein. Zudem wur­de das Fin­ger­al­pha­bet vor­ge­stellt und durch Hör­schutz wur­de Schwer­hö­rig­keit simuliert. 

Sta­ti­on Mobi­li­tät (Frau Hahn, Frau Schu­berth, Frau Wott­ke): Die Schüler*innen lern­ten in einem Roll­stuhl­par­cours mit ver­schie­dens­ten Bar­rie­ren, wie es ist, einen Roll­stuhl zu fah­ren und zu schie­ben. Somit wur­de ver­deut­licht, wie bau­li­che Hür­den die Mög­lich­kei­ten der Mobi­li­tät für Rollstuhlfahrer*innen ein­schrän­ken. Die Kin­der wur­den sen­si­bi­li­siert und dis­ku­tier­ten über den Begriff der Inklusion. 

Am Ende gab es eine Zusam­men­fas­sung und einen gemein­sa­men Abschluss in der klei­nen Turn­hal­le, wo noch ein­mal gemein­sam das Lied „Auf der Lau­er, auf der Mau­er …“ mit gleich­zei­ti­ger Unter­stüt­zung durch die Gebär­den­spra­che gesun­gen wurde. 

Wei­te­re Ange­bo­te der Bera­tungs­stel­le für Schu­len und Familien

Die Mitarbeiter*innen der Bera­tungs­stel­le für Fami­li­en mit behin­der­ten Ange­hö­ri­gen ste­hen den Schüler*innen sowie den Eltern der Schu­len bei Bedarf zur Sei­te. Das The­ma Inklu­si­on ist ein zen­tra­les The­ma für den Pari­tä­ti­schen BV Ober­fran­ken. Die Bera­tungs­stel­le fun­giert als Anlauf­stel­le für alle Fra­gen rund um das The­ma Behin­de­rung und Krank­heit. Je nach Bedarf kann selbst Bera­tung und Beglei­tung erfol­gen oder an ver­schie­de­ne Ansprech­part­ner ver­mit­telt wer­den. Ein ergän­zen­des Ange­bot ist die Geschwis­ter­ar­beit. Zwei Mit­ar­bei­te­rin­nen sind jeweils aus­ge­bil­de­te „Fach­kraft für Geschwis­ter“, sie bera­ten die Fami­li­en und füh­ren Akti­ons­ta­ge für Geschwis­ter von kran­ken und/oder behin­der­ten Kin­dern durch. 

M. Fischer (Inklu­si­ons­be­auf­trag­te)