Wei­te­re Geschichte-Veranstaltungen

Col­la­ge zu Trends im 21. Jahr­hun­dert (Sept. 2022)

Ideen für Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten am Schloss­berg (Mai 2022)

Die Klas­se 8c folg­te mit ihrem Poli­tik-und-Gesell­schaft-Leh­rer Taş­ki­ran dem Auf­ruf der Stadt Peg­nitz, Ideen für krea­ti­ve Frei­zeit­ak­ti­vi­tä­ten am Peg­nit­zer Schloss­berg zu fin­den. Des­halb sah sich die Klas­se mit ihrem Leh­rer und der Kunst­leh­re­rin Frau Thie­le die Gege­ben­hei­ten vor Ort an. Mit Bür­ger­meis­ter Wolf­gang Nier­hoff hat­ten die Schü­ler/-innen einen Ter­min im Alten Rat­haus, um die vor­her gesam­mel­ten Ideen zu dis­ku­tie­ren. Die­se brach­ten die Jugend­li­chen in der Bür­ger­ver­samm­lung in der Wies­wei­her­hal­le vor, wobei die pla­nen­de Archi­tek­tin Edith Obrusnik Feed­back gab.

Exkur­si­on der W‑Seminare “Geschich­te des Atten­tats” nach Dres­den (Nov. 2019)

Exkur­si­on ins Frän­ki­sche-Schweiz-Muse­um Tüchers­feld (Nov. 2019)

Am 12. Novem­ber 2019 mach­ten zwei sieb­te Klas­sen unter der Lei­tung von Herrn Wach­ter eine Exkur­si­on ins Frän­ki­sche-Schweiz-Muse­um Tüchers­feld. The­ma war die Barock­zeit in Fran­ken. Nach all­ge­mei­nen Infor­ma­tio­nen zum Leben der hie­si­gen Land­be­völ­ke­rung im 18. Jahr­hun­dert durch­lie­fen die Schüler*innen vier Sta­tio­nen: baro­cker Menu­ett­tanz, Anklei­den wie Wil­hel­mi­ne, Degen­fech­ten und Süt­ter­lin­schrift mit Gänsekiel.

Atten­ti­on – en gar­de – attaque!
So etwas könn­te Mark­grä­fin Wil­hel­mi­ne getra­gen haben.
Menu­et­tanz: Verbeugung/Knicks – Platz­tausch mit der gegen­über­lie­gen­den Per­son, Seit­wärts­schritt nach innen, Platz­tausch mit der schräg gegen­über ste­hen­den Person …

Demo­kra­tie­bus in Peg­nitz (Sept. 2018)

Am 18.9.2018 mach­te der Demo­kra­tie-Bus auf sei­ner Tour durch Nord­bay­ern auf dem Markt­platz in Peg­nitz Halt. Unse­re Schu­le war mit einer 10. Klas­se mit OSt­Rin Simo­ne Birn­mey­er und einer Grup­pe aus dem Schü­ler­heim mit OStR Olaf Huber vor Ort. Peg­nitz konn­te dabei sei­nem Namen als Schul­stadt gerecht wer­den, denn neben unse­rer Schu­le besuch­ten auch die Real­schu­le, die Mit­tel­schu­le und die Berufs­schu­le mit Schü­ler­grup­pen den Bus, der sechs Stun­den auf dem Peg­nit­zer Markt­platz für ein offe­nes, tole­ran­tes und demo­kra­ti­sches Deutsch­land warb. Wie wich­tig dies gera­de heu­te ist, beton­ten die zahl­rei­chen Red­ner, unter ihnen Bür­ger­meis­ter Uwe Raab, Dekan Dr. Ger­hard Schoe­nau­er und Schü­ler­spre­che­rin Mag­da­le­na Huber, die im Namen des Gym­na­si­ums Peg­nitz, das Mit­glied im Bünd­nis der „Schu­len ohne Ras­sis­mus – Schu­len mit Cou­ra­ge“ ist, gespro­chen hat.

Die Fach­schafts­lei­te­rin OSt­Rin Simo­ne Birnmeyer
Der Vor­sit­zen­de des Eltern- und För­de­rer­ver­ban­des Har­ry Bauer
Dekan Dr. Ger­hard Schoenauer
Schü­ler­spre­che­rin Mag­da­le­na Huber

Wäh­len ab 16? Junior­wahl am Gym­na­si­um Peg­nitz (2017)

Wahl­lo­kal am Gym­na­si­um Peg­nitz eröff­net: Anläss­lich der Bun­des­tags­wahl am 24. Sep­tem­ber 2017 wur­de gleich in der ers­ten Schul­wo­che ein Wahl­lo­kal im Neben­raum der Aula des Gym­na­si­ums Peg­nitz eröff­net. Grund war die anste­hen­de Junior­wahl, die erst­mals an unse­rer Schu­le durch­ge­führt wur­de. Die Junior­wahl: Die Junior­wahl wird seit 1999 unter der Schirm­herr­schaft des Bun­des­tags­prä­si­den­ten, in die­sem Fall Dr. Nor­bert Lam­mert, als Pro­jekt zur poli­ti­schen Bil­dung an Schu­len durch­ge­führt. Dabei wird ein simu­lier­ter Wahl­akt unter rea­len Bedin­gun­gen, also mit Wäh­ler­ver­zeich­nis­sen, Wahl­schei­nen, ech­ten Stimm­zet­teln, Wahl­ka­bi­nen und Urne, durch­ge­führt. Der Wahl­akt der Schü­ler fin­det par­al­lel zu Landtags‑, Bun­des­tags- und Euro­pa­wah­len statt, das Ergeb­nis wird bun­des­weit aus­ge­wer­tet und am ech­ten Wahl­tag kurz vor der ers­ten Pro­gno­se im Inter­net ver­öf­fent­licht. Das Pro­jekt umfasst alle Schul­ar­ten ab der 7. Jahrgangsstufe. 

Damit wer­den ver­schie­de­nen Zie­le ver­folgt. Einer­seits geht es dar­um, der Poli­tik­ver­dros­sen­heit den Kampf anzu­sa­gen und Jugend­li­che auf die Bedeu­tung von Wah­len all­ge­mein und jeder ein­zel­nen Stim­me im Beson­de­ren hin­zu­wei­sen. Auch der Mei­nungs­bil­dungs­pro­zess von Erst­wäh­lern soll geför­dert, ihnen die Angst vor einem „fal­schen“ Kreuz genom­men wer­den. Ande­rer­seits wer­den die Ergeb­nis­se der Junior­wahl auch für wis­sen­schaft­li­che Zwe­cke genutzt. So stell­te die Uni­ver­si­tät Stutt­gart fest, dass sich Schü­ler vor der Teil­nah­me an der Junior­wahl inten­si­ver mit dem aktu­el­len poli­ti­schen Gesche­hen befass­ten. Die Zahl der Zei­tungs­le­ser ver­drei­fach­te sich. Auch im fami­liä­ren und schu­li­schen Umfeld wur­den die poli­ti­schen Gescheh­nis­se ver­stärkt the­ma­ti­siert. Es wur­de auch nach­ge­wie­sen, dass die Wahl­be­tei­li­gung unter Jung- und Erst­wäh­lern ange­stie­gen ist, obwohl die­se tra­di­tio­nell rela­tiv hoch ist. Außer­dem wur­den durch die Durch­füh­rung im Unter­richt auch sozi­al schwä­che­re Fami­li­en erreicht, die nach­weis­lich sonst eher schwer für poli­ti­sche The­men zugäng­lich sind. In die­sem Jahr war das Inter­es­se an der Junior­wahl so hoch wie noch nie: Über 3400 Schu­len betei­lig­ten sich mit knapp einer hal­ben Mil­li­on Jugend­li­chen. Das ist Rekord! Sofort wird dar­aus die For­de­rung nach der Absen­kung des Wahl­al­ters auf 16 Jah­re abge­lei­tet. Auch dar­über kann vor und nach der Wahl aus­führ­lich dis­ku­tiert wer­den, denn für bei­de Sicht­wei­sen gibt es gute Argumente.

Durch­füh­rung an unse­rer Schu­le: Die Teil­nah­me an der Junior­wahl am Gym­Peg wur­de bereits im vor­ver­gan­ge­nen Schul­jahr von der Kol­le­gin Anni­ka Rost bean­tragt, die jedoch nach Mün­chen ver­setzt wur­de. Daher konn­te die Wahl in vie­ler­lei Hin­sicht nicht im Sin­ne des Erfin­ders durch­ge­führt wer­den. Die 6 bis 8 Unter­richts­stun­den, die als Vor­be­rei­tung für den The­men­kom­plex Demo­kra­tie und Wah­len ver­wen­det wer­den soll­ten, ent­fie­len wegen der Kür­ze der Zeit. Der spä­te baye­ri­sche Schul­jah­res­be­ginn Mit­te Sep­tem­ber und die gleich dar­auf fol­gen­de Q12-Fahrt führ­ten dazu, dass die Wahl sofort in der ers­ten Schul­wo­che durch­ge­führt wer­den muss­te, also prak­tisch ohne jede Vor­be­rei­tung. Dies bedeu­te­te, dass ein Groß­teil der 10. Klas­sen noch nie eine Stun­de Sozi­al­kun­de hat­te, aber gleich wäh­len gehen muss­te / durf­te. In der 11. und 12. Jahr­gangs­stu­fe war hin­ge­gen die feh­len­de Vor­be­rei­tung auf­grund des vor­an­ge­gan­ge­nen Sozi­al­kun­de­un­ter­richts kein Pro­blem. Beson­ders die ange­hen­den Abitu­ri­en­ten berich­te­ten, dass sie sich eigens wegen der Junior­wahl ver­stärkt mit poli­ti­schen Inhal­ten beschäf­tigt haben. Nach­dem das ech­te Wahl­er­geb­nis am 24. Sep­tem­ber fest­stand, wur­den die Resul­ta­te der Junior­wahl damit ver­gli­chen und aus­führ­lich analysiert.

Das Ergeb­nis: (Gra­fi­ken in pdf)

Die Ergeb­nis­se der Junior­wahl in Peg­nitz unter­schie­den sich prak­tisch nicht von den ech­ten Ergeb­nis­sen in Bay­ern. Ledig­lich die AfD bekam an unse­rer Schu­le nur 5,3% im Ver­gleich zu 12,5% in Bay­ern und 13,0% im Bund (Hoch­rech­nung 24.9.17 20.00 Uhr bzw. 21.10 Uhr). Dies deckt sich wie­der­um mit dem Gesamt­ergeb­nis der Junior­wahl bun­des­weit, wonach die AfD nur auf 6% der Stim­men kam. Dem­nach wären die Grü­nen mit über 17,9% dritt­stärks­te Kraft im Bund hin­ter der CDU mit 27,0% und der SPD mit 19,3%. Die Ergeb­nis­se kön­nen im Detail unter www.juniorwahl.de ein­ge­se­hen werden.

Fazit: Sowohl für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler als auch für die beglei­ten­den Lehr­kräf­te war die Junior­wahl trotz der feh­len­den Vor­be­rei­tung ein unein­ge­schränkt posi­ti­ves Pro­jekt, das die Wahl unter rea­len Bedin­gun­gen simu­liert. Im Fal­le einer erneu­ten Teil­nah­me könn­te die Vor­be­rei­tung und Durch­füh­rung zum Bei­spiel im Rah­men eines p‑Seminars noch pro­fes­sio­nel­ler und ins­be­son­de­re von Schü­lern durch­ge­führt werden.

Wahl­lei­te­rin Simo­ne Birnmeyer

Aja­la Gabai – Zeit­zeu­gin aus Isra­el (Jan. 2014)

Frau Aja­la Gabai begann mit ihrer Erfor­schung der eige­nen Ver­gan­gen­heit, als ihre Mut­ter 1995 starb, aber wei­ter­hin Brie­fe aus Hol­land ein­tra­fen, deren Absen­der Frau Gabai nicht kann­te. Sie wun­der­te sich, dass ihre Mut­ter ein Geheim­nis gehabt hat­te. So kam sie in Kon­takt mit der Fami­lie, die ihre Fami­lie wäh­rend der Besat­zung Hol­lands durch die Nazis ver­steckt hat­te, weil sie Jüdin war. Aja­la Gabai war dort zur Welt gekom­men. Das Baby brach­te mit sei­nem Schrei­en alle in gro­ße Gefahr, sodass eine schwe­re Ent­schei­dung getrof­fen wer­den muss­te … der Hol­län­der, der die Fami­lie ver­steck­te, trenn­te die Mut­ter vom Baby! Die­se trau­ma­ti­sche Erfah­rung, dass sie, um ihr eige­nes Leben zu ret­ten, ihr Kind “im Stich ließ”, konn­te Aja­las Mut­ter ihr Leben lang nicht ver­win­den, des­halb schwieg sie und Aja­la muss­te ihre ers­ten Lebens­jah­re in jah­re­lan­ger Recher­che rekonstruieren.

Ein paar Jah­re nach dem zwei­ten Welt­krieg emi­grier­te die Fami­lie von Hol­land nach Isra­el und leb­te zunächst vier Jah­re lang in einem Kib­buz, das von deut­schen Juden gegrün­det wor­den war. Wäh­rend ihre Eltern nie gut hebrä­isch lern­ten, konn­ten sich Aja­la und ihre Geschwis­ter bes­ser inte­grie­ren. Den zwei­ten Schwer­punkt ihres in sehr gut ver­ständ­li­chem Eng­lisch gehal­te­nen Vor­trags, den sie mit einer Com­pu­ter­prä­sen­ta­ti­on ver­an­schau­lich­te, bil­de­te Frau Gabais Leben in Isra­el. Die Schüler/innen erfuh­ren, dass sich die isrea­li­sche Gesell­schaft aus Men­schen mit vie­ler­lei Her­kunft zusam­men­setzt. Vie­le Juden kamen und kom­men aus Russ­land, aus Deutsch­land und Hol­land, aus dem Jemen oder Eng­land und den USA nach Isra­el und brin­gen ihre jewei­li­ge Men­ta­li­tät mit. Dort leben sie mit Mus­li­men bzw. Mus­li­mas und Drus/inn/en zusam­men. Die inter­es­siert und dazu auf Eng­lisch nach­fra­gen­den Schüler/innen der Gym­na­si­ums Peg­nitz woll­ten bei­spiels­wei­se wis­sen, wie die Israe­lis mit der Bedro­hung durch Terrorist/inn/en umge­hen. Sie erfuh­ren u.a. von häu­fi­gen Umzü­gen in weni­ger bedroh­te Regio­nen und dem stän­di­gen Rech­nen mit Anschlä­gen. Das erklärt wohl auch die bis zu drei Jah­ren dau­ern­de Mili­tär­zeit, die für jun­ge Israe­lis bei­der Geschlech­ter ver­pflich­tend ist.

Exkur­si­on der Klas­se 6b in das Ger­ma­ni­sche Natio­nal­mu­se­um Nürn­berg zum The­ma „Leben in der Stein­zeit“ (17.10.2013)

Was glaubt ihr, was das ist?“, fragt die Muse­ums­päd­ago­gin Frau May­er, als sie einen Ori­gi­nal­fund aus der Stein­zeit zeigt und durch die Rei­hen gibt. Nach­ein­an­der hat jeder ein ca. 30 cm gro­ßes, braun-schwar­zes Etwas in der Hand, man­che rie­chen dar­an, ande­re prü­fen das Mate­ri­al. Nach­dem eini­ge Zeit ver­stri­chen ist und jeder das Objekt ein­mal in der Hand hat­te, ruft eine Schü­le­rin: „Ich weiß, was es ist! Es ist der Zahn eines Mammuts!“

Bild 1 Mammutzahn

Bei der Exkur­si­on am 17.10.2013 in das Ger­ma­ni­sche Natio­nal­mu­se­um staunt die Klas­se 6 b nicht schlecht, als sie neben besag­tem Mam­mut­ba­cken­zahn (vgl. Bild 1), Baum­pil­ze, Haar­schmuck, Har­pu­nen und Feu­er­stein­klin­gen aus der Stein­zeit anfas­sen dür­fen. Es hät­te wohl nie­mand ver­mu­tet, dass der Zahn eines Tie­res so groß sein kann und die Men­schen in der Alt­stein­zeit schon so fili­gra­ne Din­ge wie Haar­schmuck in Form einer Span­ge bzw. eines Kamms her­stel­len konnten.

Bild 2: Mate­ria­li­en aus dem Jutesäckchen

Im Anschluss an die Spe­ku­la­tio­nen über die Art und Ver­wen­dungs­wei­se der her­um­ge­ge­be­nen Gegen­stän­de wer­den Klein­grup­pen gebil­det. Jede der Grup­pen erhält einen Jute­beu­tel, in dem sich ver­schie­de­ne Mate­ria­li­en befin­den (vgl. Bild 2). Nun gilt es, das Muse­um zu erkun­den und her­aus­zu­fin­den, was man aus die­sen Mate­ria­li­en in der Stein­zeit alles anfer­tig­te und wozu man sie drin­gend benö­tig­te. Nach die­ser Muse­ums­ral­lye wis­sen nun alle, wozu Muscheln, Holz, Ton, Kno­chen und Feu­er­stei­ne in der Stein­zeit gut waren, zum Bei­spiel zum Haus­bau, zum Her­stel­len von Werk­zeu­gen usw.

Baum­pil­zes als Zun­der, Pyrit und Feu­er­stein ver­su­chen die Kin­der, Feu­er zu machen – nach eini­gen Start­schwie­rig­kei­ten mit Erfolg (vgl. Bild 3). Anders als die Men­schen damals tra­gen die Schü­ler jedoch Schutz­bril­len, um sich vor dem Fun­ken­flug zu schüt­zen. Des Wei­te­ren wird Schmuck aus Muscheln ange­fer­tigt. Aber wie bekommt man nur das benö­tig­te Loch in die Muschel? Mit einem Nach­bau eines Hand­boh­rers aus der Jung­stein­zeit (vgl. Bild 4) boh­ren die Kin­der um die Wet­te und kön­nen anschlie­ßend ihre durch­bohr­ten Muscheln mit einer Schnur auf­fä­deln und stolz ihr Meis­ter­werk mit nach Hau­se nehmen.

Bild 3: Feu­er machen
Bild 4

Stein­zeit. Spä­tes­tens jetzt ist jedem klar, war­um die Stein­zeit­men­schen ihr Feu­er streng bewach­ten und unter allen Umstän­den ver­hin­dern woll­ten, dass es erlischt. Zudem erfah­ren die kul­tu­rel­len Errun­gen­schaf­ten der dama­li­gen Zeit eine viel grö­ße­re Wert­schät­zung, als dies zuvor – geprägt von den Vor­stel­lun­gen unse­rer heu­ti­gen Zeit – mög­lich gewe­sen ist. (Gg)

Bericht aus Afgha­ni­stan (2012)

Gleich zwei­mal war Haupt­mann Johan­nes Ehmann, sei­nes Zei­chens Jugend­of­fi­zier der Bun­des­wehr für Ober­fran­ken, im Febru­ar und März 2012 Gast in unse­rem Haus. Sein Auf­trag lau­te­te: Brin­gen Sie den Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Q12 kurz vor dem Abitur inner­halb von 90 Minu­ten soviel wie mög­lich über Inter­na­tio­na­le Poli­tik bei. Und das tat der 29-jäh­ri­ge Zeit­sol­dat, bewaff­net mit einer Power­point-Prä­sen­ta­ti­on auf dem Lap­top, in beein­dru­cken­der Art und Weise.

Der Bun­des­wehr-Jugend­of­fi­zier berich­tet aus Afghanistan

Anhand des Afgha­ni­stan-Kon­flik­tes erläu­ter­te er den Schüler/innen die Rol­le der Ver­ein­ten Natio­nen inner­halb des poli­ti­schen Welt­ge­sche­hens. Aus­ge­hend von den Ter­ror­an­schlä­gen des 11. Sep­tem­bers reka­pi­tu­lier­te er die ein­zel­nen Sta­tio­nen, wie es zum bewaff­ne­ten Ein­satz in Afgha­ni­stan kam und wel­che Hand­lungs­mög­lich­kei­ten für UNO und NATO bestan­den. Auch auf aktu­el­le Pro­ble­me, die zum Bei­spiel in der his­to­risch gewach­se­nen Struk­tur des UN-Sicher­heits­ra­tes lie­gen, in dem jedes der fünf stän­di­gen Mit­glie­der ein Veto­recht hat und damit Beschlüs­se im Allein­gang ver­hin­dern kann, ging er ein. Trotz aller Schwie­rig­kei­ten, die sich gera­de auch in der aktu­el­len Situa­ti­on in Syri­en zei­gen, gilt aber nach wie vor der Aus­spruch Win­s­ton Chur­chills: „Bei den Ver­ein­ten Natio­nen geht es nicht dar­um, dass wir alle in den Him­mel kom­men, son­dern dar­um, dass wir die Höl­le vermeiden!“

Die­ses Mot­to könn­te auch dem Afgha­ni­stan-Ein­satz der Bun­des­wehr zugrun­de lie­gen, auf den Haupt­mann Ehmann am Schluss sei­nes Vor­tra­ges detail­liert ein­ging, konn­te er doch von eige­nen Erfah­run­gen wäh­rend eines vier­ein­halb Mona­te dau­ern­den Ein­sat­zes am Hin­du­kusch berich­ten. Die­ser Teil der Ver­an­stal­tung stell­te für die Schüler/innen zwei­fels­oh­ne den Höhe­punkt dar, kann­ten sie die Berich­te von Afgha­ni­stan-Vete­ra­nen bis­lang doch nur aus dem Inter­net. Nun stand ein ech­ter Sol­dat vor ihnen, der über das Leben in einem Land berich­te­te, in dem eine Außen­tem­pe­ra­tur von 45°C (in Fahr­zeu­gen sogar bis zu 80°C!) kei­ne Sel­ten­heit sind und in dem man in stän­di­ger Angst vor Anschlä­gen der Tali­ban lebt. Im Lager gibt es kei­ner­lei Pri­vat­sphä­re, zwei Offi­zie­re tei­len sich ein Zim­mer von nicht ein­mal 10 qm, unte­re Dienst­gra­de leben sogar zu dritt in einem sol­chen Zim­mer. Die ein­zi­ge Mög­lich­keit, den Stress abzu­bau­en, der durch die Tren­nung von der Fami­lie, die feh­len­de Pri­vat­sphä­re sowie die stän­di­ge Lebens­ge­fahr ent­steht, ist der Sport. Wie ver­gnüg­lich das jedoch bei hohen Außen­tem­pe­ra­tu­ren und der Not­wen­dig­keit, bis zu 8 Litern am Tag trin­ken zu müs­sen, ist, kann man sich wohl vor­stel­len. Ver­las­sen die Sol­da­ten das Lager, wird die Situa­ti­on nicht bes­ser. Sie tra­gen ca. 35 kg Marsch­ge­päck mit sich (2 l Was­ser, eine Schutz­wes­te von 18 kg, Sani­täts­ma­te­ri­al, Waf­fen und Muni­ti­on), schla­fen im Feld­bett oder im Fahr­zeug und haben kei­ner­lei Sani­tär­ein­rich­tun­gen. Erst ab fünf Tagen wird ein Sani­tär­con­tai­ner mitgeführt.


Auf die Fra­ge, ob der Afgha­ni­stan-Ein­satz der Bun­des­wehr abge­bro­chen wer­den soll­te ant­wor­te­te der Jugend­of­fi­zier, dass man die­ses Land, das 30 Jah­re Bür­ger­krieg hin­ter sich habe, nicht nach unse­ren Maß­stä­ben beur­tei­len dür­fe. Wenn man sehe, dass Fleisch auf dem Markt ohne jeg­li­che Küh­lung ver­kauft wer­de oder dass Brot neben einer Latri­ne ver­kauft wer­de, habe man als west­li­cher Beob­ach­ter natür­lich den Ein­druck, dass sich nichts zum Bes­se­ren ver­än­dert habe. Fort­schrit­te sei­en aber durch­aus gemacht wor­den, zum Bei­spiel habe sich der Zugang zu Ärz­ten für vie­le Afgha­nen erheb­lich ver­bes­sert, außer­dem besit­ze fast jeder Afgha­ne ein Han­dy, weil die Zeit der Fest­net­ze schlicht­weg über­sprun­gen wor­den sei. Was man aller­dings benö­ti­ge, um in die­sem zer­ris­se­nen Land ech­te Fort­schrit­te zu sehen, sei Geduld, sehr viel Geduld.

Schöns­ter Stand beim Peg­nit­zer Christ­kind­les­markt 2011

Sozi­al­wis­sen­schaft­li­chen Zwei­ges spon­tan die Idee, auf dem Christ­kind­les­markt rund um die Peg­nit­zer Bar­tho­lo­mä­us­kir­che Plätz­chen zu ver­kau­fen und die Hälf­te des Erlö­ses für einen guten Zweck zu spenden. 

SOWI-Zweig 2012

Weil der Ent­schluss dazu nur vier Wochen vor dem Ter­min am 3. Dezem­ber 2011 ent­stand, wur­de in aller Eile noch die Nach­bar­klas­se akti­viert, bevor sich die 27 Schü­le­rin­nen und 4 Schü­ler mit Feu­er­ei­fer an die Vor­be­rei­tun­gen mach­ten. Pünkt­lich um 8.30Uhr traf sich das Auf­bau­team, das tat­kräf­tig von Sus­an Bau­er unter­stützt wur­de, auf dem Kirch­platz und mach­te sich ein­ein­halb Stun­den lang dar­an, den Stand zu deko­rie­ren und die Waren auf­zu­le­gen. Neben den geplan­ten Plätz­chen hat­ten die Schü­ler Mar­me­la­den, Stol­len und Scho­ko­früch­te gemacht, Papier­ster­ne und Klam­me­ren­gel gebas­telt und Duft­säck­chen her­ge­stellt. Der bekann­te Peg­nit­zer Foto­graph Andre­as Beil stell­te sei­nen begehr­ten Peg­nitz-Kalen­der sowie druck­fri­sche Weih­nachts­kar­ten mit dem Peg­nit­zer Rat­haus zur Ver­fü­gung. Außer­dem war die von der Kunst­leh­re­r­ein Eva Thie­le gestal­te­te Weih­nachts­kar­te zuguns­ten der Peg­nit­zer Welt­hun­ger­hil­fe unter Lei­tung von Gerald Witt­ke im Ange­bot sowie ein­zel­ne hand­ge­fer­tig­te Pro­duk­te aus Nami­bia, die für das von Peter Spät­ling orga­ni­sier­te Nami­bia-Pro­jekt ver­kauft wur­den. Ins­ge­samt hat­ten die Schü­le­rin­nen also vier Kas­sen für die ver­schie­de­nen Pro­jek­te zu betreu­en. Aber am Ende hat­te sich aller Auf­wand gelohnt: nicht nur, weil ein biss­chen Geld für vie­le gute Zwe­cke ein­ge­nom­men wur­de, son­dern auch, weil das Gym­na­si­um Peg­nitz mit dem ers­ten Preis für den schöns­ten Stand aus­ge­zeich­net wur­de. Die Schü­ler ent­schie­den sich, das Geld zur Hälf­te dem Sozi­al­fond der Schu­le zu spen­den, aus dem hilfs­be­dürf­ti­ge Eltern zum Bei­spiel bei Fahr­ten ihrer Kin­der ins Schul­land­heim, Ski­la­ger etc. unter­stützt wer­den kön­nen. Beson­ders erfreu­lich war außer­dem die Tat­sa­che, dass vie­le Eltern das Enga­ge­ment wäh­rend der Vor­be­rei­tung und auch am Ver­kaufs­tag tat­kräf­tig unter­stütz­ten. Herz­li­chen Dank auch dafür. Ins­ge­samt also ein wahr­lich gelun­ge­ner Ein­stand für den neu­en Zweig an unse­rer Schu­le findet.

Die Fach­be­treue­rin