Stein­zeit-Exkur­si­on (Okt. 2013)

Exkur­si­on der Klas­se 6b in das Ger­ma­ni­sche Natio­nal­mu­se­um Nürn­berg zum The­ma „Leben in der Stein­zeit“ (17.10.2013)

Was glaubt ihr, was das ist?“, fragt die Muse­ums­päd­ago­gin Frau May­er, als sie einen Ori­gi­nal­fund aus der Stein­zeit zeigt und durch die Rei­hen gibt. Nach­ein­an­der hat jeder ein ca. 30 cm gro­ßes, braun-schwar­zes Etwas in der Hand, man­che rie­chen dar­an, ande­re prü­fen das Mate­ri­al. Nach­dem eini­ge Zeit ver­stri­chen ist und jeder das Objekt ein­mal in der Hand hat­te, ruft eine Schü­le­rin: „Ich weiß, was es ist! Es ist der Zahn eines Mam­muts!“

Bei der Exkur­si­on am 17.10.2013 in das Ger­ma­ni­sche Natio­nal­mu­se­um staunt die Klas­se 6 b nicht schlecht, als sie neben besag­tem Mam­mut­ba­cken­zahn (vgl. Bild 1), Baum­pil­ze, Haar­schmuck, Har­pu­nen und Feu­er­stein­klin­gen aus der Stein­zeit anfas­sen dür­fen. Es hät­te wohl nie­mand ver­mu­tet, dass der Zahn eines Tie­res so groß sein kann und die Men­schen in der Alt­stein­zeit schon so fili­gra­ne Din­ge wie Haar­schmuck in Form einer Span­ge bzw. eines Kamms her­stel­len konn­ten.

Abb. 1 Mam­mut­zahn

Im Anschluss an die Spe­ku­la­tio­nen über die Art und Ver­wen­dungs­wei­se der her­um­ge­ge­be­nen Gegen­stän­de wer­den Klein­grup­pen gebil­det. Jede der Grup­pen erhält einen Jute­beu­tel, in dem sich ver­schie­de­ne Mate­ria­li­en befin­den (vgl. Bild 2). Nun gilt es, das Muse­um zu erkun­den und her­aus­zu­fin­den, was man aus die­sen Mate­ria­li­en in der Stein­zeit alles anfer­tig­te und wozu man sie drin­gend benö­tig­te. Nach die­ser Muse­ums­ral­lye wis­sen nun alle, wozu Muscheln, Holz, Ton, Kno­chen und Feu­er­stei­ne in der Stein­zeit gut waren, zum Bei­spiel zum Haus­bau, zum Her­stel­len von Werk­zeu­gen usw.

Abb. 2 Mate­ria­li­en aus dem Jute­säck­chen

Bei der Exkur­si­on geht es jedoch nicht nur um Wis­sen, son­dern auch um die prak­ti­sche Erpro­bung der „Erfin­dun­gen“ der dama­li­gen Zeit. An ver­schie­de­nen Sta­tio­nen erle­ben die Schü­ler, was es heißt, in der Stein­zeit zu leben. Mit­hil­fe des Baum­pil­zes als Zun­der, Pyrit und Feu­er­stein ver­su­chen die Kin­der, Feu­er zu machen – nach eini­gen Start­schwie­rig­kei­ten mit Erfolg (vgl. Bild 3). Anders als die Men­schen damals tra­gen die Schü­ler jedoch Schutz­bril­len, um sich vor dem Fun­ken­flug zu schüt­zen. Des Wei­te­ren wird Schmuck aus Muscheln ange­fer­tigt. Aber wie bekommt man nur das benö­tig­te Loch in die Muschel? Mit einem Nach­bau eines Hand­boh­rers aus der Jung­stein­zeit (vgl. Bild 4) boh­ren die Kin­der um die Wet­te und kön­nen anschlie­ßend ihre durch­bohr­ten Muscheln mit einer Schnur auf­fä­deln und stolz ihr Meis­ter­werk mit nach Hau­se neh­men.

Abb. 3 Feu­er machen

Dass das so anstren­gend ist, hät­te ich nie­mals gedacht“ – so lau­tet das Fazit des klei­nen Aus­flugs in das Leben der Stein­zeit. Spä­tes­tens jetzt ist jedem klar, war­um die Stein­zeit­men­schen ihr Feu­er streng bewach­ten und unter allen Umstän­den ver­hin­dern woll­ten, dass es erlischt. Zudem erfah­ren die kul­tu­rel­len Errun­gen­schaf­ten der dama­li­gen Zeit eine viel grö­ße­re Wert­schät­zung, als dies zuvor – geprägt von den Vor­stel­lun­gen unse­rer heu­ti­gen Zeit – mög­lich gewe­sen ist.

(Gg)

Abb. 4 Nach­bil­dung eines Hand­boh­rers aus der Stein­zeit